Paradoxes und Schildbürgerhaftes

Veröffentlicht am: 28.01.2006

Der Gesetzesbeschluß, ganztägig, selbst bei gleißendem Sonnenschein, mit
eingeschaltetem Licht zu fahren, beweist wiedermal die Dummheit unserer
Politiker. Der dadurch erzielte Effekt ist – abgesehen von
Umsatzsteigerungen in der Autoelektrik – negativ : nutzlose
Energievergeudung (wo gerade das Gegenteil vonnöten ist), etwa
fünfprozentige Motorleistungsminderung, und aufgrund der damit
einhergehenden Reizüberflutung Wahrnehmungsdefizit und raschere Ermüdung der
Fahrzeuglenker. Außerdem werden Zweiradfahrer nicht mehr so leicht erkannt.

Sollte es der BVÖ gelingen, ein Mitspracherecht in der Staatsführung zu
erkämpfen, wird sie sofort auf die Aufhebung dieser blödsinnigen Verordnung
drängen, sofern sie noch bestehen sollte.

Unsinnige EU-Verordnungen sind längst nichts Ungewohntes mehr. Doch die vom
Bürger zu berappende Auswechslung der bestehenden Hausbriefkästen sind
glatte Frechheit. Es ist erstaunlich, wie sich die Bevölkerung dies alles
gefallen lässt !

Gipfel der Ironie war Schüssels Aussage in seiner Fernsehrede anlässlich
seines Amtsantrittes als EU-Ratsvorsitzender : Er brüstete sich, aus
Österreich, das sich vor seiner Kanzlerschaft in einem kläglichen Zustand
befunden hätte, ein Vorzeigemodell gemacht zu haben ! ....Ein Vorzeigemodell
wofür? Für Armutsfallen und Pleitenrekorde? Er kann doch damit nur gemeint
haben, wie folgsam und untertänig die Bevölkerung die
EU-Beitragsverdoppelung hinnimmt, und wollte somit eigentlich zum Ausdruck
bringen, wie brav und ergeben das kleine Völkchen der Österreicher dem
nunmehrigen großen EU-Ratsvorsitzenden gehorcht und selbst einen
verdoppelten Tribut zu entrichten bereit ist ohne auch nur im geringsten
dagegen aufzubegehren. .......


Nach dem fehlgeschlagenen Versuch, eine Handymaststeuer einzuführen, ist nun
laut Zeitungs- und Fernsehmeldungen den Gehirnen niederösterreichischer
Landespolitiker eine neuerliche Schnapsidee entsprungen : die Seuchensteuer
! ....... Abgesehen von der lokal begrenzten Choleraepidemie 1866 und der
Spanischen Grippe 1918 war die Pest zu Pressburg vor zweieinhalb
Jahrhunderten eine der letzten Seuchen. Die derzeit weitverbreitete Angst
vor dem Vogelgrippevirus für ein weiteres Abzocken ausnützen zu wollen, ist
schon allein in moralischer Hinsicht überaus verwerflich.

Schüssel präsentierte bei Übernahme des EU-Vorsitzes neben der beschlossenen
Beitragserhöhung und Sonstigem den hirngespinstigen Vorschlag einer Schiff-
und Luftfahrtssteuer, obwohl die entsprechenden Branchen ohnedies genug
besteuert und obendrein noch einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt sind.

Solchen legalisierten Raubrittermethoden zur regionalen, staatlichen oder
europaweiten Geldbeschaffung ist entschlossen entgegenzutreten !


Gleich die erste EU-Ratstagung unter österreichischer Patronanz im
winterlichen Villach, abgeschirmt von den Protestkundgebungen am
gegenüberliegenden Drauufer, war von Erfolg gekrönt ! Voller Stolz
verkündete und erläuterte Wirtschaftsminister Bartenstein das zur neuen
Parole erhobene Resultat : F l e x s e c u r i t y !! Welch geniales
Einfallsprodukt! Die Verknüpfung der beiden konträren Begriffe Flexibilität
und Sicherheit (im Sinne einer sozialen Geborgenheit) zum Paradoxon in Form
einer klanghaften verbalen Neuschöpfung in unserem wachsenden
anglizistischen Wortschatz. .... Wieviel hat diese Ausgeburt an Blödsinn dem
Steuerzahler wohl gekostet (Bodyguards, Polizeiaufgebot, Chauffeure, Logie
und Fressgelage) ?
In Anlehnung an den in Deutschland zum Jahresunwort gekürten Ausdruck
„Entlassungsproduktivität“ erklärt die BVÖ, wenn es sonst niemand tut, den
Begriff „Flexsecurity“ schon jetzt zum Unwort des Jahres, da heuer etwas
Dümmeres kaum nachfolgen kann.

Mehr Vernunft in die Politik!

Mehr Hirn in die Regierung!

Deshalb haben wir die symbolisierte Gehirnzelle - in Form eines innen abgerundeten Sechszacksternes - zu unserem Markenzeichen auserkoren.